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asbrief 01/2022


Gemeinsam gegen Überschuldung

2021 lag die Zahl der neu eröffneten Privatkonkurse um gut 1.200 Eröffnungen unter dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre. Gegen Jahresende war die Zahl der Privatkonkurse jedoch wieder gestiegen. Die Corona-Pandemie hat nach wie vor einen schwer kalkulierbaren Einfluss auf die Situation von überschuldeten Menschen. Ein neues Projekt der asb will breit über Möglichkeiten der Schuldenregulierung informieren.

Zum Beitrag Privatkonkurse 2021
Zum Beitrag Projekt "Gemeinsam gegen Überschuldung"


Aus den Schuldenberatungen

Neues asb-Projekt "Gemeinsam gegen Überschuldung"

ZeichnungIm Dezember 2021 startete das Projekt "Gemeinsam gegen Überschuldung": eine Informationsoffensive zu den Möglichkeiten der Schuldenregulierung. Bis November 2022 sollen bestehende Informationsangebote ausgebaut sowie neue Angebote geschaffen werden. Neben einer Neuauflage des Schulden-Wörterbuchs in Leichter Sprache sind unter anderem Online-Informationsangebote sowie eine Visualisierung des Privatkonkurses zur besseren Verständlichkeit geplant. Das Projekt wird vom Sozialministerium gefördert.

Teambilder der asb

Wer sind die Menschen, aus denen die asb besteht? Ende des Jahres wurden neue Porträtbilder angefertigt und teilweise im Web veröffentlicht.
SCHULDNERHILFE OÖ: Freude schenken

PaketeSechs alleinerziehende Mütter in finanziellen Notlagen, die bei der SCHULDNERHILFE OÖ in Beratung sind, wurden zu Weihnachten von Herrn Dieter Ambach (Eigentümer einer Entsorgungsfirma) mit einem Warengutschein in Höhe von je 200 Euro beschenkt. Wie schon in den Vorjahren kam Herr Ambach in der Vorweihnachtszeit mit dem Anliegen auf die SCHULDNERHILFE OÖ zu, betroffenen Menschen direkt Hilfe zukommen zu lassen. Im Namen der sechs Frauen und ihrer Kindern bedankt sich die SCHULDNERHILFE OÖ herzlich für die Spende.

Recht - Politik - Daten

Rückgang bei Privatkonkursen wird weniger

Balkenwaage mit Paragraph und Eurozeichen2021 wurden in Österreich 7.203 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Das sind um 93 Verfahren weniger als im Jahr 2020 und entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozent. Dieser geringe Rückgang deutet darauf hin, dass sich die Anzahl der Privatkonkurs-Eröffnungen wieder etwas normalisiert. Vor allem im 4. Quartal 2021 sind steigende Zahlen zu beobachten. Im Zehn-Jahres-Vergleich sind die Privatkonkurs-Eröffnungen 2021 jedoch nach wie vor unterdurchschnittlich. In den letzten zehn Jahren gab es im Schnitt 8.455 Privatkonkurs-Eröffnungen pro Jahr.
In den einzelnen Bundesländern ist die Zahl der Privatkonkurs-Eröffnungen im Vergleich zu 2020 sehr unterschiedlich. Salzburg verzeichnet mit einem Minus von 25,9 Prozent den höchsten Rückgang, gefolgt von Niederösterreich mit einem Minus von 15,1 Prozent und Kärnten mit einem Minus von 8,8 Prozent. Oberösterreich hat um 2,3 Prozent weniger Eröffnungen als noch im Jahr zuvor. Dem gegenüber steht Tirol mit einem Zuwachs von 24,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Steiermark mit einem Plus von 9,0 Prozent, das Burgenland mit einem Plus von 3,3 Prozent und Wien mit einem Plus von 3,1 Prozent. Nahezu unverändert ist die Situation in Vorarlberg mit einem Rückgang von 0,3 Prozent.
Inwieweit die gegen Jahresende steigenden Zahlen auf die im Juli 2021 in Kraft getretene Insolvenzrechtsreform zurückzuführen sind, lässt sich derzeit schwer beurteilen. Als weiterer Unsicherheitsfaktor bei der Entwicklung der Privatkonkurs-Zahlen ist nach wie vor die Corona-Pandemie zu sehen.
Zu näheren Informationen

Kinderkostenstudie der Statistik Austria

Mitte Dezember 2021 wurde die vom Sozialministerium in Auftrag gegebene neue Kinderkostenstudie der Statistik Austria veröffentlicht. Sie zeigt, wie viel Kinder für Kleidung, Wohnen, Schule oder Essen brauchen. Differenziert wird nach Alter und Familienkonstellation. Ein Kind, das in einem Haushalt mit zwei Erwachsenen lebt, kostet in Österreich pro Monat im Schnitt 494 Euro, in einem Alleinerziehenden-Haushalt sind es 900 Euro. Grundlage der Berechnungen ist eine Konsumerhebung: Wie hoch sind die tatsächlichen Ausgaben für ein Kind?
Die asb erhebt seit 2020 ebenfalls Kinderkosten. Mit der Methode der Referenzbudgets wird hier ein anderer Ansatz gewählt: Wie viel Geld brauchen Eltern für ein 7- bzw. 14-jähriges Kind? Im Schnitt sind es gut 800 Euro.
Beide Erhebungen zeigen trotz unterschiedlicher methodischer Zugänge, dass die staatlichen Familienleistungen die Kosten bzw. den Bedarf von Kindern nicht abdecken können. Es besteht Handlungsbedarf, vor allem für Alleinerziehende.
Zur Kinderkostenstudie der Statistik Austria
Zu den Kinderkosten der asb

Umsetzung der EU-Kindergarantie in Österreich

Mitte Dezember 2021 fand ein virtueller Multi-Stakeholder-Dialog zur Umsetzung der EU-Kindergarantie in Österreich statt. Veranstalter*innen waren das Sozialministerium und Unicef Österreich. Für die asb nahmen Helga Kranewitter und Maria Kemmetmüller teil. Die Kindergarantie ist eine Initiative der Europäischen Kommission. Sie soll sicherstellen, dass die am stärksten benachteiligten Kinder in der EU bis 2030 Zugang zu Bildung und schulischen Aktivitäten, Gesundheitsversorgung, frühkindlicher Betreuung, angemessenen Wohnverhältnissen sowie gesunder Ernährung erhalten. Das Sozialministerium koordiniert den Nationalen Aktionsplan für Österreich unter dem Titel Kinderchancen. Ziel ist es, alle relevanten Stakeholder in den Prozess einzubinden.

Armutsbetroffene in der Corona-Krise

Hand mit MünzenEnde November 2021 veröffentlichte die Armutskonferenz im Auftrag des Sozialministeriums eine neue Studie zu den Auswirkungen der Pandemie. Die erste Studie zum Thema war bereits 2020 erschienen. Studienautorin Evelyn Dawid: "Die Befragten setzen diesmal ihre Prioritäten deutlich anders als in der ersten Erhebung im Sommer 2020. Die körperliche Gesundheit, die sozialen Kontakte und vor allem das psychische Wohlbefinden haben an Bedeutung gewonnen. Und auch das Wohnen in zu großer Enge ist nun Thema."
Für die Erhebung berücksichtigt wurden Menschen, die schon lange in Armut leben sowie Gruppen, die durch die Corona-Krise in Armut geraten sein könnten: Ein-Personen-Unternehmer*innen, Künstler*innen und Arbeitslose, die ihren Job während der Pandemie verloren haben. Ein Schwerpunkt galt auch Jugendlichen aus ökonomisch benachteiligten Haushalten. Die Daten wurden in moderierten Gruppendiskussionen gewonnen.
Zur Studie "Armutsbetroffene und die Corona-Krise 2.0"

Steuerungsausschuss der Nationalen Finanzbildungsstrategie

Das Finanzministerium hat im Herbst 2021 den Plan für eine Nationale Finanzbildungsstrategie in Österreich präsentiert. Sowohl asb als auch Schuldenberatungen waren im Vorfeld beratend eingebunden. Die asb ist Mitglied im die Strategie begleitenden Steuerungsausschuss. Mitte Dezember 2021 fand online eine erste Sitzung statt. Für die asb nahmen Clemens Mitterlehner und Christiane Moser daran teil. Diskutiert wurden der Verhaltenskodex, die Geschäftsordnung sowie der Jahresarbeitsplan. Clemens Mitterlehner wies darauf hin, dass Finanzbildung besonders für von Armut betroffene Menschen von großer Bedeutung ist. Ebenso betonte er die Wichtigkeit von begleitenden sozialpolitischen Maßnahmen.
Zu näheren Infos auf der Seite des BMF

Europa

Kindergrundsicherung in Deutschland

Deutsche FahneIm Dezember 2021 nahm Christa Kerschbaummayr für die asb an einer von der Volkshilfe organisierten Diskussionsveranstaltung zur geplanten Einführung der Kindergrundsicherung in Deutschland teil. Referent war Jens Schubert vom Bündnis Kindergrundsicherung in Deutschland. Dieses hat zum Ziel, der Kinderarmut in Deutschland entgegenzuwirken und soziale Teilhabe von Kindern zu ermöglichen. Die Kindergrundsicherung wurde im Koalitionsvertrag der Ampelkoalition von SPD, Grüne und FDP aufgenommen und soll laut Koalitionsvertrag Teil des deutschen Grundgesetzes, also der Verfassung, werden. Geplant sind ein einkommensunabhängiger Garantiebetrag für alle (mindestens 330 Euro) sowie ein einkommensabhängiger Zusatzbetrag (bis zu 365 Euro). Die Ansprüche in Bezug auf Kinder sollen außerdem gebündelt und entbürokratisiert werden. Derzeit werden Eltern mit höheren Einkommen in Deutschland steuerlich bevorzugt. In Österreich besteht diese Ungleichheit durch den Familienbonus ebenso.
Zum Bündnis Kindergrundsicherung
Zum Koalitionsvertrag 2021

Privatkonkurs für Liechtenstein

Seit 1. Jänner 2022 ist der Privatkonkurs in Liechentstein möglich. Die Restschuldbefreiung ist Teil einer Reform des liechtensteinischen Insolvenzrechts und soll überschuldeten Personen die Chance auf einen wirtschaftlichen Neustart geben.
Zu weiteren Informationen

Buchtipp

Schuldenberatung und Schuldenprävention als Soziale Arbeit

BuchcoverChristoph Mattes, Dozent an der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz sowie Leiter der "Oltner Verschuldungstage" setzt sich in diesem Buch mit einem Konzept für Schuldenberatung als Teil der Sozialen Arbeit auseinander. Neben theoretischen Grundlagen und Entwicklungen werden Beratungsansätze bei Verschuldung und ein Modell der Schuldenprävention vorgestellt. Das Buch richtet sich an Studierende, Lehrende, Fachkräfte und Forschende. Es hat die Schuldenberatung in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Blick.
Christoph Mattes, Schuldenberatung und Schuldenprävention als Soziale Arbeit. Grundwissen und Handlungskonzepte. Kohlhammer 2021, 185 Seiten, 29,80 Euro, ISBN: 978-3-17-034793-9
Zu bestellen beim Verlag oder in der Buchhandlung

asb Seminarangebot

Die asb organisiert neben der Ausbildung von Schuldenberater*innen auch Seminare zur Weiterbildung, die für alle Interessierten aus NPOs offen sind. Die Themen sind besonders für Mitarbeiter*innen in beratenden, sozialen Einrichtungen interessant. Alle Seminare finden unter Einhaltung der jeweils geltenden Corona-Sicherheitsmaßnahmen statt.

FinanzCoaching - Erste Schritte aus der Schuldenfalle

Der Dauerbrenner unter den asb-Seminaren. Die Teilnehmer*innen erhalten einen Überblick über die relevanten Problemfelder im Zusammenhang mit Schulden und lernen die Instrumente der Schuldenregelung kennen. Dadurch wird ihnen ermöglicht, verschuldete Personen bei der Vorbereitung auf die Schuldenregelung kompetent zu unterstützen.

Jetzt online informieren und anmelden:

14. bis 15. März in Wien
16. bis 17. Mai in Linz
20. bis 21. Juni in St. Pölten

In allen drei Seminaren gibt es noch freie Plätze!





About/Impressum
Der asbrief erscheint alle zwei Monate als Newsletter der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen asb mit aktuellen Informationen rund um Schuldenprobleme, Schuldenberatung und -regulierung.

Fotos: Fotolia, asb, österreichische Schuldenberatungen
Zeichnung "Gemeinsam gegen Überschuldung": Isabel Baldreich

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