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asbrief 05/2021


Wie viele Menschen sind überschuldet?

Der Schuldenreport 2021 zeigt mit vielen Zahlen und Fakten die Situation überschuldeter Menschen auf. Statistisch erfasst werden derzeit jedoch nur jene, die sich an eine Schuldenberatung wenden. Wie viele überschuldete Menschen es in der Gesamtbevölkerung gibt, wird seit 2008 in Österreich nicht mehr erhoben. Genau diese Zahl zu kennen wäre aber wichtig, um mit sozial- und rechtspolitischen Maßnahmen rechtzeitig und richtig reagieren zu können. Die staatlich anerkannten Schuldenberatungen fordern dringend die Schaffung dieser Datenbasis, um der sich anbahnenden sozialen Krise effektiv gegensteuern zu können.

Zum Beitrag Schuldenreport
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Aus den Schuldenberatungen

Schuldenreport 2021: arbeitslos und überschuldet

Cover SchuldenreportDer Schuldenreport 2021 ist veröffentlicht und zeigt mit Zahlen und Fakten auf, wie sich das schwierige Pandemiejahr 2020 auf die Schuldenberatungen und ihre Klientel ausgewirkt hat. 55.000 Menschen erhielten Unterstützung von einer der zehn staatlich anerkannten Schuldenberatungen. Der Anteil an Erwerbsarbeitslosen ist bei den KlientInnen auf 38 Prozent angestiegen, das sind um drei Prozentpunkte mehr als im Jahr davor. Beinahe jede dritte Person, die eine Schuldenberatung aufsucht, hat monatlich höchstens 1.000 Euro zur Verfügung. Ein Viertel der KlientInnen ist 30 Jahre oder jünger. Diese Gruppe ist besonders oft von Arbeitslosigkeit betroffen, 43 Prozent von ihnen waren 2020 arbeitslos.
Der Schuldenreport wurde unter großem Medieninteresse bei einer Pressekonferenz präsentiert.
Zum Schuldenreport 2021 und Presseaussendung
Zu Pressekonferenz und Medienberichten

Stellenausschreibung bei der asb

Die asb sucht einen Büromitarbeiterin oder einen Büromitarbeiter für die Treuhandschaft in Linz für 30 Stunden. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!
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"Frauen - Geld - Finanzen" in der Steiermark

Mitarbeiterinnen der SB Steiermark vor einem PlakatIm ersten Halbjahr konnte die Schuldnerberatung Steiermark GmbH mit einer Förderung des Landes Steiermark im Projekt „Frauen – Geld – Finanzen“ spezielle Angebote für Frauen entwickeln und durchführen. Am internationalen Frauentag am 8. März haben Mitarbeiterinnen in Graz mit Frauen über ihre finanzielle Situation gesprochen. In Online-Workshops „rund ums Geld“ für und mit Frauen wurde zu Finanzplanung, Einkommen, Vorsorge und „finanziellen Stolpersteinen“ gearbeitet, damit die Teilnehmerinnen nachhaltig beim Treffen von wirtschaftlichen Entscheidungen gestärkt sind. Besonders macht die Workshops die Offenheit und persönliche Betroffenheit der Teilnehmerinnen, die sich Inputs für ihr Finanzleben holen. Außerdem wurden MultiplikatorInnen, die hauptsächlich mit Frauen arbeiten, im Handlungsfeld Schulden und Finanzbildung informiert, sensibilisiert und geschult. In diesem Rahmen fand das zweitägige Webinar für MultiplikatorInnen mit dem Titel „Frauenpower – Handlungswissen zu Schulden und Frauen“ statt. Durchgeführt und entwickelt von Trainerinnen mit Erfahrung in der Online-Lehre, konnten sich die Teilnehmerinnen viel mitnehmen und haben tolle Rückmeldungen gegeben: „Es wurde kompetent und mit abwechslungsreichen Methoden reichhaltiger Input geboten. Ich habe mich sehr wohl gefühlt!“ & „Es wurden alle relevanten Fragen erklärt - in einer für "Laiinnen" gut verständlichen Form. Es war abwechslungsreich und trotz der Dichte an Information habe ich mich am Ende gut gefühlt.“

KLARTEXT: Projekt K€Y-Card für finanzielle Gesundheit

"KLARTEXT – Finanzielle Gesundheit", die Präventionsstelle der Schuldnerberatung Oberösterreich, hat im Oktober 2020 mit "K€Y–Card" gestartet. Unterstützt wird das Projekt vom Fonds Gesundes Österreich und der Österreichischen Gesundheitskasse. Zielgruppe sind TeilnehmerInnen und TrainerInnen in AusbildungsFit-Maßnahmen. Als ersten Schritt wurde eine neunteilige Workshopreihe unter Berücksichtigung der Wünsche der Zielgruppen zum Thema „Finanzielle Gesundheit“ konzipiert. Im Februar 2021 startete ein Durchlauf mit zwei Gruppen in zwei unterschiedlichen AusbildungsFit-Einrichtungen. Bis Jahresende sollen sieben weitere Gruppen folgen. Derzeit ist die besondere Herausforderung, dass je nach aktuell gültigen Vorgaben die Workshops online (mehrheitlich über Handy) oder in Präsenz (mit unterschiedlicher maximaler TeilnehmerInnen-Zahl) durchgeführt werden können. Nach Abschluss der Workshopreihen wird ein Handbuch für TrainerInnen in AusbildungsFit- Maßnahmen entstehen, zudem werden MultiplikatorInnensschulungen durchgeführt.
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OÖ Finanzführerschein als Best Practice Modell in Europa

Die Generaldirektion Justiz und Verbraucher der Europäischen Kommission veranstaltete im April eine Train-the-Trainer Session. Ziel war, die Qualität und Verfügbarkeit von Schuldenberatung in europäischen Ländern zu verbessern, wo dies aktuell nicht gegeben ist. Auch das Thema Finanzbildung spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Der OÖ Finanzführerschein wurde hier als Best Practice Modell ausgewählt. Die Präsentation fand am 30. April mit 135 TeilnehmerInnen aus Griechenland, Ungarn, Italien, Polen, Rumänien und Spanien statt.

Erklärvideos der SCHULDNERHILFE OÖ 

Bereits im Vorjahr hat die SCHULDNERHILFE OÖ damit begonnen, kurze Videos rund um den Themenbereich Schulden zu produzieren und über den eigenen Youtube-Kanal zu veröffentlichen. BeraterInnen erklären darin wichtige Begriffe. Das Angebot wurde kürzlich um vier Erklärvideos erweitert: In diesen geht es um Löschfristen von KSV-Einträgen, Kontosperre im Konkurs, Schuldenüberblick und Lohn-/Gehaltspfändung sowie um das Existenzminimum.
Darüber hinaus wurden unter dem Titel "Elternfragen" auch zwei Videos für die Zielgruppe Eltern produziert. Dabei geht es um die Themen Markenkleidung sowie Jugend und Geld. Weitere Erklärvideos sind geplant.
Zu den Erklärvideos 

Einfache Sprache bei der SCHULDNERHILFE OÖ

Ab sofort finden sich auf der Webseite der SCHULDNERHILFE OÖ Texte in einfacher Sprache. Diese bieten Menschen mit geringer Lesekompetenz die wichtigsten Informationen zu Beratungsleistungen und Kontakt.
Zu den Infos in einfacher Sprache

Finanzbildung online

Seit November 2020 bietet die SCHULDNERHILFE OÖ alle Workshopangebote auch in Form von Videokonferenzen und Live-Schaltungen an. Aktuell wird der Großteil aller Workshoptermine und Finanzführerschein-Module in dieser Form durchgeführt. Daneben wird auch das E-Learning-Angebot der SCHULDNERHILFE OÖ laufend erweitert.
Zum E-Learning-Angebot

Recht - Politik - Daten

Privatinsolvenzen im 1. Quartal 2021 leicht rückläufig

Balkenwaage mit Eurozeichen und ParagraphIm 1. Quartal 2021 wurden in Österreich 1.765 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet, das sind um 144 Verfahren weniger als im Vergleichszeitraum 2020 und entspricht einem Rückgang von 7,5 Prozent. Die Zahl der Insolvenzanträge ist um 11,9 Prozent bzw. 255 Anträge auf 1.879 Anträge gesunken. Diese vergleichsweise geringen Rückgänge deuten darauf hin, dass sich die Anzahl der Privatkonkurs-Eröffnungen wieder etwas normalisiert. Betrachtet man allerdings die durchschnittliche Anzahl der Eröffnungen der letzten zehn Jahre jeweils für das 1. Quartal, so zeigt sich, dass die Privatkonkurs-Eröffnungen aktuell nach wie vor stark unterdurchschnittlich sind. In den letzten zehn Jahren gab es im 1. Quartal jeweils durchschnittlich etwa 2.200 Privatkonkurs-Eröffnungen. Die niedrigen Zahlen sind vermutlich zu einem großen Teil der Corona-Pandemie geschuldet. 
In den einzelnen Bundesländern gab es bei den Privatkonkurs-Eröffnungen in den ersten drei Monaten 2021 sehr unterschiedliche Entwicklungen. Salzburg verzeichnete mit -38,3 Prozent den stärksten Rückgang gegenüber dem 1. Quartal 2020, gefolgt von Tirol (-23,7 Prozent) und Niederösterreich (-22,9 Prozent). Wien wies einen unterdurchschnittlichen Rückgang von 5,9 Prozent auf, in Oberösterreich war die Anzahl der Eröffnungen mit einem Rückgang von 1,9 Prozent nahezu unverändert gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020. Das Burgenland hatte exakt gleich viele Eröffnungen wie im 1. Quartal 2020. Den teils hohen Rückgängen bei den Privatkonkurs-Eröffnungen stand Vorarlberg mit einer Steigerung von 27,9 Prozent gegenüber. Kärnten und die Steiermark wiesen ebenfalls Zuwächse gegenüber dem 1. Quartal 2020 auf, mit 5,0 bzw. 1,5 Prozent fielen diese allerdings deutlich geringer aus als in Vorarlberg.

Juli bringt Reformen des Insolvenz- und Exekutionsrechts

Sowohl bei der Insolvenzordnung als auch bei Exekutionsordnung stehen im Sommer Reformen an. Laut derzeitigen Entwürfen wird die Reform des Insolvenzrechts Mitte Juli in Kraft treten. Unter bestimmten Voraussetzungen wird damit für SchuldnerInnen eine verkürzte Entschuldung innerhalb von drei Jahren ermöglicht. Die zweite gesetzliche Regelung betrifft das Exekutionsrecht. Diese Reform ist bereits im Nationalrat beschlossen und wird mit 1. Juli in Kraft treten. Bei Überschuldung werden alle anhängigen Exekutionsverfahren unterbrochen und es besteht die Möglichkeit einer Gesamtvollstreckung, bei der Vermögen und pfändbare Beträge an alle Gläubiger verteilt werden. Damit wird ein erster Schritt zu einer geordneten Schuldenregelung gesetzt. 

Gesichter der Finanzbildung

Inge Honisch, Schuldenberatung Salzburg:
"Kritisch hinschauen und wenn nötig, mutig sein!"

Porträt Inge HonischSeit mittlerweile 25 Jahren bin ich in der Schuldenberatung Salzburg als Schuldenberaterin tätig. Fast von Anfang an gestalte(te) ich leidenschaftlich gerne Workshops und Vorträge für Jugendliche und auch Erwachsene. Finanzbildung ist für mich ein Herzensthema. Schon immer begeisterte mich die Arbeit mit jungen Menschen. In meinem Berufsleben durfte ich schon in verschiedenen Arbeitsstellen Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen sammeln. So habe ich etwa neben meiner Tätigkeit als Schuldenberaterin viele Jahre lang über das Jugendamt Familien sozialpädagogisch betreut. Seit 2012 bin ich zudem Leiterin eines kleinen aber feinen „Finanzführerschein“-Teams. Bei diesem Projekt, das Teil unserer Arbeit in der Schuldenberatung ist, unterrichten wir Kinder der 4. Klasse Mittelschule sowie BerufsschülerInnen. Geld begleitet uns alle im Alltag und ist für Kinder und Jugendliche ein herausforderndes Thema. Dabei brauchen sie Unterstützung und Begleitung. Ebenso gestalte ich Workshops für Alleinerziehende oder auch KlientInnen im Gefängnis.
Gerade in der derzeitigen Corona Situation ist die Realität für viele hart. Es bleibt häufig sehr wenig Geld übrig, um die Lebenskosten zu bestreiten. „Auskommen mit dem Einkommen“ ist die Devise. Ebenso liegt mir auch eine Vermittlung von Werten abseits von Geld am Herzen. Was ist wirklich wichtig im Leben? Ist man wirtschaftlich abgesichert, sind die Gedanken in diese Richtung freier.
Neben der Aufgabe, Menschen in Finanzdingen „fit“ zu machen und sie gut zu informieren, ist es auch wichtig, ihnen das nötige Selbstvertrauen zu geben, um kritisch hinzuschauen und sich gegebenenfalls auch zu wehren. Ich möchte sie dabei unterstützen, mutiger zu werden und sich mehr zu trauen. 

Medienüberblick

Pressekonferenz der asb: Präsentation Schuldenreport 2021

ZeitungenAm 10. Mai fand die Pressekonferenz der asb zur Präsentation des Schuldenreports 2021, statt - zum ersten Mal online via Zoom. Clemens Mitterlehner von der asb und Michael Lackenberger von der Schuldnerberatung Niederösterreich berichteten über die Situation der KlientInnen sowie der Schuldenberatungen und beleuchteten Hintergründe. Das herausragend große Interesse der MedienvertreterInnen machte die derzeit besonders große Bedeutung des Themas Überschuldung deutlich. Nach der Gesundheitskrise kommt die soziale und wirtschaftliche Krise. Zahlreiche Medien aus Fernsehen, Radio, Print und Online sowie die APA waren virtuell dabei, die ZIB berichtete in mehreren Ausgaben. 
Zur Presseaussendung der asb 
Zum Beitrag auf der Seite des ORF
Zum Beitrag im Ö1 Mittagsjournal zum Nachhören
Zum Beitrag im ORF Tirol heute zum Nachsehen

Europa

Jahresfachtagung der deutschen BAG-SB

Aus den bekannten Gründen musste auch die Jahresfachtagung der deutschen Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V. (BAG-SB) am 4. und 5. Mai auf ein Online-Format verlegt werden. Trotzdem stand der Austausch unter ExpertInnen im Fokus. Clemens Mitterlehner von der asb war eingeladen, um über die anstehenden Novellen in der Insolvenz- und Exekutionsordnung zu sprechen. In einem Interview mit Prof. Hugo Grote von der Hochschule Koblenz wurde in verschiedenen Aspekten ein Ländervergleich Deutschland – Österreich angestellt. Auf großes Interesse stieß das österreichische Vorhaben der GREx mit der Einführung einer „offenkundigen Zahlungsunfähigkeit“ sowie einer „Gesamtvollstreckung“. Darüber hinaus gab es spannende Inputs wie zum Beispiel zur Nachhaltigkeit in der Schuldnerberatung und zur Digitalisierung des Insolvenzverfahrens. Außerdem wurde der „BAG-SB Innovationspreis“ vergeben.
Zu weiteren Informationen

asb Seminarangebot

FinanzCoaching Seminare

Bis zum Sommer finden keine Seminare mehr statt, im Herbst geht es dann wieder weiter!





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Der asbrief erscheint alle zwei Monate als Newsletter der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen asb mit aktuellen Informationen rund um Schuldenprobleme, Schuldenberatung und -regulierung.

Fotos: Fotolia, asb, österreichische Schuldenberatungen

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